Wissenschaftskommunikation

Wissenschaft ist schon immer kommuniziert worden. Doch gegenwärtig gibt es immer deutlicher zu vernehmende Einladungen und Verpflichtungen zu verstärkter, erneuerter und besserer Wissenschaftskommunikation: Von ihr versprechen sich viele Akteure nicht nur geeignete Informationsmöglichkeiten, sondern eine transparentere Forschung, eine bessere Einbindung der Zivilgesellschaft und die Eindämmung von Wissenschaftsskepsis und Wissenschaftsfeindlichkeit. Am KWI gehen wir davon aus, dass Investitionen in Wissenschaftskommunikation nicht automatisch vielschichtige soziale und politische Probleme lösen. Wir wollen zunächst besser verstehen wie Wissenschaftskommunikation sich historisch entwickelt hat und wie sie in unterschiedlichen Wissenschaftssystemen noch präziser beschrieben werden kann. Erst wenn ihre Funktionen und unter Umständen auch Fehlentwicklungen wirklich verstanden werden, sind Empfehlungen für neue Formate gut zu begründen.

Wir glauben, dass die Kulturwissenschaften dazu einen wichtigen Beitrag leisten können. Dies bedeutet auch, dass man die Analyse von Wissenschaftskommunikation nicht allein der Kommunikationswissenschaft überlassen sollte. Auch Historiker*innen, Kulturökonomen und Soziolog*innen, ebenso wie Expert*innen für Bildgestaltung, Design, Mediennutzung, Erzählen, Rhetorik und Journalismus, können wichtige Beiträge leisten. Zentral ist uns in diesem Arbeitsfeld, Beschreibungen und Analysen von Wissenschaftskommunikation nicht kommerziellen Anbietern und Beratern zu überlassen, sondern neue Geschäftsmodelle und Arbeitsweisen gegebenenfalls auch kritisch zu kommentieren. Und uns mit langfristigeren Entwicklungen und Systemeffekten gerade auch populärer Maßnahmen zu befassen.