10.07.

Mi / 10:00 – 12:00

Sachbücher schreiben. Akademische Grenzüberschreitung oder Chance (nicht nur) der Wissenschaftskommunikation?

Offen für Interessierte innerhalb der Universitätsallianz Ruhr (UAR)

Nina Verheyen, Mercator Research Fellow am KWI

Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Gartensaal, Goethestraße 31, 45128 Essen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schreiben in erster Linie für ihre Kolleginnen und Kollegen, aber keineswegs ausschließlich. Sie treten auch als Autorinnen und Autoren von Zeitungsartikeln, Blogs oder Tweets in Erscheinung. Und manchmal schreiben sie sogar ganze Bücher für ein über das eigene Fach hinausgehendes Publikum: Sachbücher. Aber was genau unterscheidet ein Sachbuch von einem Fachbuch, und zwar innerhalb der Sozial-, Kultur- und Geisteswissenschaften, in denen die Dichotomisierung von wissenschaftlicher Erkenntnis und guter Erzählung immer wieder hinterfragt wird? Überschreiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine politische oder ästhetische Grenze, wenn sie möglicherweise in Zusammenarbeit mit einem Publikumsverlag über die Vermarktung ihres Buches nachdenken, schärfer als üblich zu politischen Fragen Position beziehen, Cliffhanger in den Text integrieren oder Fremdwörter eliminieren, auch wenn sich kein treffender deutscher Ausdruck finden lässt? Was sind die Risiken und was sind die Chancen des Sachbuchschreibens aus akademischer Hand, vor allem mit Blick auf die Wissenschaftskommunikation, aber auch darüber hinaus, etwas epistemologisch oder biographisch? Und vor allem: welche Aktivitäten sind auf diesem Gebiet in den nächsten Jahren am KWI geplant? Was wäre hier möglich?