22.04.

Mi / 10:00 – 12:00

Virtuelles Meeting: Germanistik im großen Stil. Die forschungspolitische Ausgangslage germanistischer Gruppenforschung seit den 1960er Jahren.

Internes Kolloquium, offen für Interessierte der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr)

Karena Weduwen, Universität zu Köln / Universität Bielefeld

Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Raum 106, Goethestraße 31, 45128 Essen

Die Veranstaltung findet virtuell statt.

Seit den 1960er Jahren prägen projektförmige Verbundforschungen und eine ergebnisorientierte Planungslogik die westdeutsche Wissenschaftspolitik. Auch traditionell individualforschende Geisteswissenschaftler*innen führte jener Trend spätestens seit den 1970er Jahren zunehmend in sachorientierte Verbundprojekte – und so schlossen sich auch Germanist*innen seit dieser Zeit vermehrt zu Forschungsgruppen, Verbundprojekten oder Theoriekollektiven zusammen. Als Ausgangspunkt für eine historische Analyse literaturwissenschaftlicher Kooperationsforschung um 1980 möchte ich im Kolloquium die folgenden Fragen diskutieren:

Wie variierte die projektförmige Gruppenforschung etablierte Formen literaturwissenschaftlicher Zusammenarbeit? Auf welchen Arbeitsgebieten konnten Germanist*innen überhaupt sinnvoll zusammenarbeiten? Welche Rolle spielte kollegiale Projektforschung im bildungsexpansiven Ausbau der Germanistik, aber auch für den darauffolgenden Sparkurs im Bildungssektor ab Mitte der 1970er Jahre? Inwiefern prägte eine dem förderpolitischen Trend innewohnende Ambivalenz aus Kooperations- und Wettbewerbsstreben – zwischen nationalen Wissenschaftssystemen, aber auch zwischen den Förderpolitiken von Bund und Ländern – germanistische Gruppenforschung? Als Ausgangspunkt für eine historische Analyse literaturwissenschaftlicher Kooperationsforschung um1980 möchte ich diese Fragen im Kolloquium diskutieren.

Das an der Universität Bielefeld angesiedelte Promotionsprojekt „Akademische Allianzen. Programm und Praxis literaturwissenschaftlicher Gruppenforschung um 1980“, in dem drei germanistische Gruppenforschungsprojekte historisiert werden, bildet den Projektrahmen des Vortrages.
(Text: Karena Weduwen)

ÜBER DAS KWI-KOLLOQUIUM
Als Forum des wissenschaftlichen Austauschs bietet das KWI-Kolloquium die Möglichkeit, aktuelle Forschungsvorhaben und –ergebnisse vorzutragen und zur Diskussion zu stellen. Nicht nur laufende Forschungsprojekte innerhalb des Kulturwissenschaftlichen Instituts sondern auch Gastvorträge können hier gemeinsam mit dem Institutskollegium und interessierten Teilnehmer*innen diskutiert werden.

Internes Kolloquium, offen für Interessierte der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr).