EnerChangeSpaltung in NRW überwinden – Energiewende für alle kommunizieren

Um die Energiewende zu beschreiben werden in der Regel abstrakte Begrifflichkeiten benutzt. Emmissionsreduktion, Wirkungsgrad, Energieeffizienz und ähnliches mehr machen es dem interessierten Laien nicht einfach, den Sinn und Zweck der Energiewende und ihre Anforderungen zu verstehen. Ebensowenig führen Argumentationen mit alltagsfernen Zeitdimensionen – etwa bei der Amortisierung eines neuen Dachs (etwa 30 Jahre) oder der eigenen Verantwortung gegenüber zukünftiger Generationen – zur Akzeptanz oder zu Handlungen im Sinne der Energiewende. Verbindungen zu konkreten Lebenswelten und emotionale Erfahrbarkeit hingegen können dazu beitragen, abstrakte Themen mit alltäglichen Bedeutungen zu füllen (Jasanoff 2010).

Im Projekt „EnerChange: Spaltung in NRW überwinden – Energiewende für alle kommunizieren“ geht das KWI zusammen mit der Sozialforschungsstelle Dortmund, dem Institut für Arbeit und Technik, und dem Lehrstuhl Wirtschaftswissenschaften / Energieökonomik der RWTH Aachender zentralen Fragestellung nach, wie man auch Gruppen, die durch die wissenschaftliche Kommunikation der Energiewende nicht angesprochen werden, diese näher bringen kann.

Aufbauend auf Literatur- und Datenanalysen, Experteninterviews sowie Fallbeispielrecherchen und -analysen wird Systemwissen über die besonders von Strukturwandel betroffenen Gebiete in NRW erarbeitet. Erweitert wird dies durch die Auseinandersetzung mit guten Beispielen im Umgang mit Strukturwandelprozessen international (AP 1). Darauf aufbauend wird eine Kommunikationsstrategie entwickelt, mit der die Energiewende auch auf emotional erfahrbare Weise vermittelt werden kann (AP 2). Auf dieser Wissensbasis wird ein „Citizen Engagement Process“ durchgeführt, der die Vermittlungskonzepte umsetzt und in deren Umsetzung Realexperimente integriert werden sollen (AP 3 und 4). Die Ergebnisse aus den BürgerInnenforen werden mit ExpertInnen und politischen Entscheidungsträgern diskutiert und sollen in die politische Forschungsagenda einfließen.

Das KWI wird insbesondere die Frage bearbeiten, wie die Energiewende außertextuell kommuniziert werden kann. Basierend auf einer ausführlichen Recherche bereits bestehender Ansätze und Projekte werden einzelne Konzepte in Kooperation mit externen ExpertInnen ausgearbeitet und anschließend in verschiedenen Kontexten mit BürgerInnen innerhalb des Projektprozesses zur Anwendung gebracht.