„Beweg Dein Quartier“Co-kreative Entwicklung von Stadträumen als Game-Changer für die Mobilitätswende

Die Mobilitätswende in Deutschland macht keine Fortschritte. Sie erfordert einen radikalen Wandel von Mentalitäten, Einstellungen und sozialen Praktiken. Der Wandel von Lebenswelten bringt – sofern Belastungen und Verhaltensänderungen damit einhergehen – potenziell Widerstand und Konflikte hervor. Eine Umgestaltung öffentlicher Räume, die CO2-freundliche Mobilitätsformen priorisiert, motorisierten Individualverkehr minimiert und Räume für Freizeit und gemeinschaftliche Aktivitäten schaffen soll, scheitert dabei oft an lokalen Status-quo-Interessen.

Das Verbundvorhaben „Beweg Dein Quartier!“ des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) und des Stadtforschungs- und Planungsinstituts Urbanista hat sich zum Ziel gesetzt, durch kreative Impulse in offenen und experimentellen Prozessen dialogorientierter Beteiligung neue Wege zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu entwickeln und Impulse zur Verbesserung der urbanen Lebensqualität zu geben. In zwei gemischten Bestandsquartieren deutscher Großstädte (Essen und Offenbach) erproben und evaluieren wir innovative Beteiligungsformate und geben diese an andere Städte weiter. Dabei setzen wir auf einen integrierten Stadtentwicklungsprozess neuen Typus, der qualitativ hochwertige, allparteiliche und innovative Bottom-Up-Mobilisierungs- und Beteiligungsprozesse in zwei urbanen Modellquartieren erprobt. Durch die frühzeitige, thematisch offene und inklusive Beteiligungspraxis entwerfen die Bewohner*innen dabei gemeinsam mit Experten*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung einen Transformationskorridor der lokalen Mobilitätswende. Auf diese Weise wollen wir Ansätze für lebensweltlich fundierte und akzeptierte Veränderungen entwickeln.

Wir planen dabei:

    1. innovative Methoden, die auf Änderungen des Wissensstandes, der Einstellungen und des Mobilitätsverhaltens der Anwohnerschaft und weiterer Nutzergruppen abzielen, zu erproben;
    2. mit den Bewohner*innen, Nutzenden und der Vertreter*innen der Verwaltung quartiersspezifische Pläne zur mittel- und langfristigen Umgestaltung der urbanen Mobilitätsinfrastruktur zu entwickeln und
    3. andere Städte zur Nachahmung geeigneter Mobilisierungs- und Beteiligungsprozesse zu überzeugen. Bereits in der Projektphase ist ein modularer Transfer in andere Städte und Gemeinden geplant.