Lehr-Labor

Institutes for Advanced Study schaffen Freiräume für Forschung. Diese können ebenso neue Ideen für die Lehre entstehen lassen. Das KWI steht daher auch für Studierende offen und wendet sich mit regelmäßigen Seminarangeboten an die drei Hochschulen der Universitätsallianz Ruhr (UAR), um bereits auf Ebene der Studiengänge die Kooperation innerhalb der UAR zu unterstützen. Darüber hinaus sind Mitarbeitende und Fellows eingeladen, ihre Forschungsprojekte unter dem Aspekt forschenden Lehrens zu reflektieren: Wo und wie lassen sich Studierende einbinden; wie können diese die jeweiligen Projekte bereichern und auf diesem Weg früh und eigenständig mit wissenschaftlichen Methoden vertraut gemacht werden?

Das Lehr-Labor steht in enger Verbindung mit allen anderen Arbeitsbereichen des KWI. So können Studierende wichtige Rückmeldungen zu spezifischen Formaten und Strategien der Wissenschaftskommunikation geben, denn sie haben die Routinen akademischen Kommunizierens noch nicht so weit verinnerlicht, dass alternative und innovative Möglichkeiten nur noch schwer zu vermitteln sind. Auch aus literatur- und kultursoziologischer Perspektive sind die Erfahrungen von Studierenden wertvoll: Sie verkörpern eine Vielfalt von Gebrauch und Konsum, Erfahrung mit populären Formen und Genres sowie Spezial-Expertisen, die unsere Erforschung des Kunst- und Mediensystems nur bereichern können. Und schließlich kann auch die kulturwissenschaftliche Wissenschaftsforschung um die Perspektiven des Lernens und Lehrens ergänzt werden: So ist beispielsweise noch keineswegs ausreichend erforscht, wie Studierende in unterschiedlichen disziplinären und nationalen Kontexten lesend und schreibend Wissen aufnehmen; und wie diese Kern-Kompetenzen noch besser in neue Lernumgebungen und an neue Anpassungen angepasst werden könnten, ohne darüber den Blick auf die Entstehungs- und Wirkungsgeschichten zentraler wissenschaftlicher Kulturtechniken zu verlieren.