Kommunikationskultur

Der 2015 eingerichtete Forschungsbereich ‚Kulturen der Kommunikation’ untersucht interdisziplinärer die kommunikativen Praktiken, die Angehörige unterschiedlicher ‚Kommunikationskulturen’ nutzen, um ihre Handlungen aufeinander abzustimmen. Untersucht werden z.B. Kommunikationskulturen, die an Sprachen oder Nationalitäten oder an religiöse oder weltanschauliche Orientierungen oder an unterschiedlich entwickelte Vermögen von Menschen, ihr Handeln kommunikativ aufeinander abzustimmen (dementierende oder autistische Menschen) oder an verschiedene Modi der Kommunikation (emotional, sprachlich, interaktiv) gebunden sind.

Kommunikatives Handeln zieht nicht ‚automatisch’ Verstehen und Befolgen nach sich. Beides ist von spezifischen sozialen und situativen Bedingungen abhängig. Hier spielt die im früheren kommunikativen Miteinander erworbene Kommunikationsmacht eine besondere Rolle. Auch wenn das gesprochene Wort unterschiedlos jeden erreicht, der in der Nähe ist, und damit scheinbar egalitär und somit auf Gleichheit angelegt ist, so bemisst sich die Macht des kommunikativen Handelns empirisch nach der sozialen Macht und der Kommunikationsmacht der Sprecher/innen. Dennoch: Kommunikatives Handeln kann nichts erzwingen, sondern nur nahe legen und mit Konsequenzen versehen. Kommunikationsmacht beruht also immer auf Anerkennung.

Aktuelles

Tagung „Ethnomethodologisch forschen“ mit Thomas Eberle und Andrea Ploder

Tagung „Ethnomethodologisch forschen“ mit Thomas Eberle und Andrea Ploder

Am 6. Juni 2019 wurden die international renommierten Soziolog*innen Thomas Eberle (Universität St. Gallen) und Andrea Ploder (Universität Siegen/Berkeley) zu der von Sebastian Till Hartwig und Jo Reichertz (beide KWI) organisierten Veranstaltung „Ethnomethodologisch forschen“ geladen, um für die Forschungspraxis relevante Frage- und Problemstellungen der Ethnomethodologie und deren Stellung innerhalb der qualitativen Sozialforschung zu diskutieren. Jo […]

KWI on Tour: Jo Reichertz und Gerd Möll bei der „17. International Conference on Gambling & Risk Taking“ in Las Vegas

KWI on Tour: Jo Reichertz und Gerd Möll bei der „17. International Conference on Gambling & Risk Taking“ in Las Vegas

Las Vegas, die Wüstenstadt im US-Bundesstaat Nevada, gilt als Hochburg des kommerziellen Glücksspiels. Deshalb ist es auch kein Zufall, wenn ausgerechnet dort alle drei Jahre die weltgrößte wissenschaftliche Konferenz zu Fragen des Glücksspiels stattfindet. In diesem Jahr trafen sich zwischen dem 27. und 30. Mai mehr als 550 Teilnehmende aus aller Welt in den Räumlichkeiten […]