23.10. – 24.10.

Virtueller Workshop: Kooperation, Kollaboration, Kokreation

Unsichtbare Autorschaften und pluralisierte Werke

Digital

Kooperation und Arbeitsteilung. Das sind Hauptcharakteristika der Kunstwelt in Howard S. Beckers Art Worlds. Ohne “support personnel”, ohne Agent*innen und Lektor*innen, ohne Assistierende verschiedenster Art, aber auch ohne Rezipierende sind kulturelle Produkte nicht möglich, so die Kunstsoziologie. Dieses Zusammenspiel kann man begrifflich unterschiedlich fassen, Kooperation, Kokreation und Kollaboration sind nur drei Termini, die ergänzt werden können, etwa durch Kollektivhandeln, Konnektivität oder Partizipation. Auf unterschiedliche Weise hinterfragen diese Begriffe traditionelle Vorstellungen von Produktion und Rezeption. Die genannten Termini in den verschiedenen Künsten und Disziplinen analytisch fruchtbar zu machen und auf ihr komparatives Potential hin zu überprüfen ist das Ziel einer zweiteiligen Veranstaltungsreihe am KWI. In Zusammenarbeit mit der Alexander von Humboldt-Stiftung sind zwei Workshops geplant, die der Vorbereitung eines gemeinsamen Publikationsprojekts zum genannten Thema dienen.

In einem disziplinenübergreifenden Zusammenhang von Literatur- und Kunstwissenschaftler*innen, von Film-, Theater- und Musikwissenschaftler*innen zielt das Projekt darauf, komplementär zu den kunstsoziologischen und netzwerkorientierten Fragestellungen das ästhetische und analytische Potential der genannten Kategorien epochenübergreifend in den Blick zu nehmen. Dabei soll es insbesondere auch um die disziplinären Spezifika geteilter Praktiken gehen, da neben einer terminologischen Differenzierung auch eine komparative Ebene ins Spiel kommt, auf der danach gefragt wird, welche Kategorien sich eignen könnten, geteilte Autorschaften zu verallgemeinern und zu vergleichen.

Der erste Workshop wird am 23. Und 24. Oktober am KWI stattfinden, um zunächst eine gemeinsame theoretische Grundlage zu erarbeiten. Ein zweiter für 2021 geplanter Workshop soll der Präsentation und Diskussion der zu erarbeitenden Fallstudien dienen. Die Ergebnisse der Zusammenarbeit werden in einem von den drei Veranstalterinnen herausgegebenen Zeitschriftenband des Journals of Literary Theory erscheinen.