Sybille Frank spricht am KWI über „Stadt und Heritage als neue Nahbeziehung“

Das KWI begrüßte am Mittwoch, 10.07.2019, Sybille Frank, Soziologin und Professorin für Stadt- und Raumsoziologie an der TU Darmstadt.

Die Direktorin des KWI, Julika Griem, war an diesem Abend die Moderatorin und führte in den Vortrag mit einer Vorstellung von Sybille Frank ein. Frank begann ihren Vortrag „Stadt und Heritage als neue Nahbeziehung“ mit einer Einführung in den Begriff „heritage“, welcher laut Frank im Gegensatz zum deutschen Begriff „Kulturerbe“ weitgreifender sei. Denn, so Frank,  die angloamerikanische Definition schließe auch nicht prädikatisiertes Erbe sowie „Bottom-up-Prozesse” des Heritage-Making mit ein. Die Soziologin begann anschließenden mit dem ersten größeren Abschnitt ihres Vortrages, welcher die Geschichte der Heritage-Studies und die damit verbundenen soziologischen Theorien näher betrachtete. Frank stellte hierbei fünf zentrale Perspektiven der Heritage Studies heraus: Die Marxistische, die Weberianische, die Sozialkonstruktivistische, die Postmoderne und die Perspektive der Cultural Studies. Frank resümierte am Ende dieses ersten Vortragsabschnittes, dass Heritage von immer stärker wachsenden und immer heterogeneren Gruppen produziert und repräsentiert werde, sowie auch stärker nachgefragt werde.

Der zweite Teil des Vortrages wandte sich schließlich der Beziehung zwischen Stadt und Heritage zu, wobei Frank eine Neubegründung dieser vor allem in den 1990ern verordnete. Zuvor habe, so Frank, der Nationalstaat Heritage monopolisiert. Abschließend stellte Frank acht Thesen zum Heritage-Making in Städten vor, welches sie beispielsweise als „gegenwartsbezogen“, „vielstimmig“ und als „sozialen Prozess“ erklärte.